Die Welt der Schöpfung

DEUTSCH

07-06-2013

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

 

Die Welt der Schöpfung

 

(Das Dasein):

Die Welt bedeutet die Gesamtheit von allem Existierenden, außer Allah. Ebenfalls das Wort ?Universum? hat dieselbe Bedeutung. Wenn die ?Welt? oder das ?Universum? gemeint wird, wird alles, leblose, lebendige - die unter der Erde, auf und über der Erde lebende, d. h. die gesamte Schöpfung eingeschlossen. Das Universum entstand mit seiner ganzen Tracht nachträglich. Es gab eine Zeit, wo keine Spur vom Universum, der Welt mit all den Lebewesen, dem Himmel und Erden zu sehen war. Allein der allmächtige Allah, der keinen Anfang hat, existierte.

Allah, der Erhabene, schuf die Welt des Daseins, damit man Ihn würdigt, Ihm Anerkennung zeigt und Ihm dient. Er schuf die Lebewesen und unter anderem Engel, Dämonen und Menschen als Verantwortungsträger. Unser erhabener Herr berichtet über diese Wahrheit im heiligen Buch Koran, wie folgt:

?Und Ich habe die Dschinn (Dämonen) nur deswegen erschaffen, damit sie Mir dienen.? (Zariyat, Vers 56)

Wann und wie wurde das Universum erschaffen?

Uns ist es unmöglich diese Frage klar und deutlich zu beantworten. Es sind vielzählige Verse und Überlieferungen vom Propheten über die nachträgliche Entstehung und Erschaffung des Universums. Nur ist es unhaltbar, eine feste Behauptung aufzustellen, wann und wie es erschaffen wurde und welche Stadien und Perioden während der Schöpfung vergehen mußten; darüber können wir keine stichhaltigen Zahlen angeben. Man kann nicht sagen, daß darüber keine Koranverse existieren; jedoch sind die Bedeutungen dieser Verse so tief und endlos, daß sie in unserer Zeit mit Bestimmtheit nicht auszulegen sind. Vielleicht wird die Zeit solche Verse auslegen können.

Engel, Dschinn (Dämon), Mensch und Tier:

In der Welt des Daseins gibt es Lebewesen, die sich bewegen und als Engel, Dschinn, Mensch und Tier bezeichnet werden.

Die Engel sind verklärte und treue Lebewesen. Sie sind erschaffen aus dem Glanz des Lichtes. Es gibt keine Geschlechtsklassen unter ihnen, d. h. sie sind weder männlichen noch weiblichen Geschlechtes. Sie brauchen weder zu essen, noch zu trinken. Ihre übermäßige Vielzahl ist nur Allah bekannt. Aus Ihnen geht keine Sünde hervor. Sie sind gehorsame und ehrenvolle Lebewesen. Sie erfüllen die ihnen auferlegten Aufgaben zu Recht.

Die Dschinns (Dämonen) sind Lebewesen, die aus Feuer erschaffen wurden. Ihr Grundwesen, ihre Natur besteht nur aus Feuer. Sie sind vor dem Menschen erschaffen worden. Der Koran erzählt diese Wahrheit folgendermaßen:

?Und die Dschinn erschufen wir zuvor aus dem Feuer der sengenden Glut.? (Hicr, Vers 27)

Die Dschinns essen, trinken, leben und sterben wie die Menschen. Ein Teil von ihnen sind Muslime, ein anderer Teil ungläubig. Der Satan, von dem auch eine Nachfolgeschaft gibt, ist ausnahmslos ungläubig. Unter denen gibt es keinen einzigen, der je ein Muslim werden könnte. Sie leben bis zu dem Tage, an dem der Teufel sterben wird. Nach einer fundierten Ansicht, werden die Teufel auch als eine Gattung von den Dschinns betrachtet.

Danach wurden die Tiere und gleich darauf die Menschen erschaffen. Wir haben keine schlüssigen Beweise, woraus und wie die Tiere geschaffen wurden. Darüber sind wir nicht informiert. Aber wir wissen sehr wohl, wie und woraus der Mensch erschaffen wurde.

Nämlich:

Nachdem Allah, der Erhabene, Himmel und Erde schuf, hat er eine Gruppe von Engeln ins Leben gerufen. Zeitgleich wurde auch eine Gruppe von Dschinns geschaffen. Genauso, wie der Prophet Adam der Vater der ganzen Menschheit ist, so ist ?Dschinn? (lies Djinn) der Vater der Gruppe von Dschinns. Adam wurde aus dem Staub, ?Dschinn? aber aus dem Feuer geschaffen. Nach einer Sage siedelte Allah, der Allmächtige, die Engel im Himmel, und die Dschinns auf der Erde an. Die Dschinns blieben aber nicht friedlich und begannen Unruhe zu stiften. Unter ihnen gab es Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Mord und Verbrechen war an der Tagesordnung. Es war dann dringend erforderlich, sie zu Vernunft zu besinnen und zu bestrafen.

Daraufhin entsandte Allah, der Erhabene, Engel vom Himmel. An Ihrer Spitze war, noch seinem Schöpfer dienende Satan, genannt auch ?Iblis?. Diese haben die ungebärdigen Dschinns bestraft und Sie an verschiedene Orte verbannt. Allah, der Allweise, gab dem Teufel daraufhin die Herrschaft auf Erden. Vorher hatte er bereits die Macht am Himmel unter den Engeln erteilt bekommen. Die Verwaltung des Edens lag ebenfalls in den Händen des Teufels. Er war ebenfalls das Oberhaupt der Engel und an Wissen übertraf er alle anderen. Seine Gottesverehrung sollte Er leisten auf der Erde, im Himmel und bald auch im Paradies. Es gab keinen einzigen Ort, wo Er seine Niederwerfung an Allah nicht beteuerte.

Diese mächtige Stellung ließ bei ihm eine Überheblichkeit und Hochmütigkeit entstehen. Er wurde sobald selbstgefällig, klopfte sich an die Brust und sagte: ?Daß man mir solch hohe Titel und Ämter ermöglicht hat, rührt mit Sicherheit daher, daß ich eine ehrenvolle und hohe Persönlichkeit bin. Ich bin der Höchste von allen Engeln...?

Die göttliche Gerechtigkeit trat ein; und alle Ämter wurden ihm abgenommen, so daß er wegen seiner Hochmütigkeit und Aufgeblasenheit bestraft wurde. Denn Allah, der Allmächtige, vergibt nicht denjenigen ihre Sünden, die selbstgefällig geworden sind.

Wenn einer von seinen Dienern die Gabe, die Allah ihm gegeben hat, sich selbst und seiner Stärke zuschreibt, dann nimmt Allah diese Gabe und verwandelt ihn in den Zustand, in dem er sich vorher befand.

So ist der Brauch Allahs. Im erhabenen Koran verkündet Allah Seinen vorgenannten Brauch und schreibt:

?Dies (ist so), weil Allah niemals eine Gnade ändern würde, die Er einem Volk gewährt hat, es sei denn, daß das Volk seine eigene Einstellung ändert...? (Sure Enfal, Vers 53)

Eine Überlieferung vom Propheten besagt mit ungefährer Bedeutung:

?Diejenigen, die um Allahs Willen, Bescheidenheit üben, erhöht Allah, der Erhabene, Rang um Rang, um sie letzten Endes auf die allerhöchste der hohen Stufen zu bringen. Diejenigen aber, die hochmütig einhergehen, erniedrigt Er Stufe um Stufe, um sie schließlich in die Tiefste aller Tiefen zu bringen.? (Ibn-i Mace, Ez-Zühd)

Die Gerechtigkeit Allahs hat den Teufel nicht verschoren. Es war nun endlich an der Zeit, ihn zu degradieren, seines Amtes für die Präsidentschaft zu entheben, ihn wegen seiner Hochmütigkeit und Aufgeblasenheit zu bestrafen. Gerade zu dieser Zeit sprach Allah, der Allmächtige, den Teufel und die Engel an, die in seiner Begleitung waren, und sprach: ?Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen (er wird euren Platz einnehmen, mein Kalif werden und in meinem Namen die ihm auferlegten Aufgaben erfüllen...).?

Der Iblis (Satan) und seine Gefolgschaft gaben Ihm folgende Erwiderung:

?O unser Herr! Wie ist es möglich? Sind diejenigen, die Unheil anrichten und Blut vergießen, dessen würdig, als Nachfolger eingesetzt zu werden? Willst Du solche als Nachfolger einsetzen? Wo wir doch Dein Lob preisen und Deine Herrlichkeit rühmen!? Daraufhin antwortete Allah, der Allerbarmer:

?Wahrlich, Ich weiß, was ihr nicht wisset...?

Sodann schuf Allah, der Allmächtige und der Allweise, den ersten Menschen und Propheten Adam mit Körper und Seele. Seinen Körper schuf Er aus dem Staub und den Stadien, die der Staub durchmachen mußte. Dann hauchte Er in seinen Körper die Seele ein, deren Beschaffenheit uns nicht bekannt ist, so daß Adam sich aufrichten und bewegen konnte. Auf diese Weise wurde der erste Mensch erschaffen und zum Nachfolger ernannt. Nun kam endlich die Zeit, wo alle ihn - Adam und seine Nachfolgeschaft und Größe - anerkennen, lobpreisen und rühmen sollten. Allah, der Erhabene, befahl zu den Engeln, unter denen auch der Teufel anwesend war: ?Werft euch vor Adam nieder!? Sie sollten somit sein Amt als Nachfolger und seine hohe Stellung würdigen.

Er ist der Größte unter euch, euer Herr, er ist der Weiseste von euch allen, er weiß auch was Ihr nicht wißt!

Allesamt leisteten die Engel dem erhabenen Befehl Allahs, des Allmächtigen, Folge und unterwarfen sich. Sie akzeptierten die Stellung des Propheten Adam als Nachfolger und bestätigten ihn. Sie haben ihm die Ehre erwiesen, wie es sich ziemt. Nur der Satan weigerte sich und wurde hochmütig. Als alle sich in die Niederwerfung begaben, hatte er eine starre und unbewegliche Stellung aufgenommen. Somit hat er seine Teufelei erwiesen und wurde ungebärdig. Dadurch gehörte er zu denjenigen, die als erste Widerspenstigkeit an den Tag gelegt haben. Und zwar gegen den erhabenen Befehl Allahs. Folglich wurde Er einer der Ungläubigen. Als man ihn auf sein Verhalten hin ansprach, erwiderte er:

?O Herr! Wie ist es nun möglich? Ich bin noch besser als Adam, überlegener als er. Denn Du hast mich aus dem Feuer, ihn jedoch aus Lehm geschaffen!? Er argumentierte seine Handlung, mit der Aussage, daß das Feuer (aus dem er geschaffen wurde) überlegener sei als das Lehm und stellte seine Unwissenheit zur Schau.

Daraufhin verdammte Allah, der Erhabene, den Iblis, der trotz des Fehlens positiver Leistungen unglaublich anmaßend war, und verbannte ihn aus dem Eden.

Der Prophet Adam jedoch setzte sich auf den Thron seines Nachfolgers, und setzte sich die Krone von seinem Vorgänger auf. Man erkannte ihn nunmehr überall und an jedem Ort. Er entbehrte trotz des Ruhmes aber nur Eines; was Ihm fehlte war eine Lebensgefährtin. Es fehlte ihm eine Partnerin derselben Wesensart. Er wollte sich mit ihr anfreunden, durch sie seine Einsamkeit vertreiben. Er brauchte es sehr dringend...

Infolge dieses erforderlichen Bedarfs wurde nun seine Frau Eva geschaffen. Sogar aus der linken Rippe unseres Vaters Adam. Der Prophet Adam befand sich in einem Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, so daß er von diesem Schöpfungsvorgang überhaupt nichts mitbekam. Sobald er aufgewacht war, sah er die Mutter Eva neben sich. Er fragte Sie, wer sie doch sei. Die Mutter Eva antwortete, sie sei seine Ehefrau. Allah habe sie ihm als eine Lebensgefährtin und Ehegattin erschaffen. Sie werde seine Einsamkeit vergessen lassen, er werde ebenfalls ihre Einsamkeit entschwinden lassen. So werden sie sich gemeinsam vervollständigen.

Sodann befahl Allah, der Allmächtige, dem Propheten Adam folgendes:

?O Adam, verweile mit deiner Gattin im Paradies und esset uneingeschränkt von seinen Früchten, wo immer ihr wollt! Kommt jedoch diesem Baum nicht zu nahe, sonst würdet ihr zu den Ungerechten gehören.?

Als der Iblis (Satan) die Stellung von Adam und Eva, die Gnade, die ihnen im Paradies erwiesen wurde, zu Gesicht bekam, wurde er neidisch und ging in die Lüfte. Fortan fing er an sich zu überlegen, wie er ihnen Ränke schmieden, sie in eine Falle locken sollte, um sie somit aus dem Paradies zu vertreiben.

Dabei ging er listig vor. Er näherte sich dem Tor vom Paradies und rief Adam und Eva zu sich und sagte: ?Wißt ihr, warum euer Herr euch verboten hat, die Früchte von diesem Baum zu genießen? Kennt ihr denn den wahren Grund? Denn, wenn ihr von den Früchten dieses Baumes einnehmen solltet, werdet ihr die Eigenschaften von den Engeln bekommen oder ihr werdet für ewig im Paradies bleiben und es nie wieder verlassen. Denn dieser Baum ist ein Lebensbaum. Wer davon genießt bleibt ewig in den Palästen vom Paradies. Aber Allah, der Erhabene, will nicht, daß ihr ewig darin verweilt.?

Der Prophet Adam schenkte den Worten des Teufels kein Gehör, und hat ihm keinen Glauben geschenkt. Daraufhin beteuerte der Satan und schwor, daß er nur die Wahrheit sage und nur gute Ratschläge erteilen wollte. Auf sein Versprechen hin, dachten die Mutter Eva und der Vater Adam nach und aßen am Ende von den Früchten des verbotenen Baumes.

Der Satan hat Sie auf diese Art überlistet. Allah hat sie dann aus dem seligen Zustand und aus dem Paradies verbannt. Sie wurden sogar ihrer Kleidung, die sie trugen, entledigt und durch göttliche Anweisung wurden alle beide auf die Erde geschickt. Nach einer Überlieferung wurde der Vater Adam nach Indien, die Mutter Eva aber nach Jeddah hinabgesandt. Dann wurden beide, wegen ihrer Verfehlung reumütig und baten um Vergebung, weinten unentwegt und vergossen Tränen. Nach einer gewissen Zeit hat Allah, der Erhabene, ihre Reue und Bittgebete erhört und sie einer Überlieferung nach, auf dem Berg Arafat in Mekka wieder zusammengebracht.

Auf diese Weise kam also unsere Mutter Eva als die allererste Frau der Welt ins Leben. Die Geschichte des weiblichen Geschlechts fängt mit ihr an. Durch die Zusammenkunft von Adam und Eva kamen viele Kinder, sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechts hervor. Diese gründeten dann eine Familie, vermehrten und verteilten sich auf der Erde.

So sagt Allah, der Erhabene, im heiligen Koran: ?O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus den beiden ließ Er viele Männer und Frauen entstehen.? (Sure Nisa, Vers 1)

 Cemaleddin Hocaoglu (Kaplan) -Rh.a-

Diðer Yazýlarý