Was ist der Islam und was ist er nicht?

DEUTSCH

07-06-2013

Was ist der Islam und was ist er nicht?

Der Islam ist eine göttliche Ordnung, die mit dem ersten Menschen ihren Anfang hat und durch alle Propheten unentwegt verkündet wurde und durch den letzten Propheten Muhammed (Friede sei mit Ihm und Allah gebe Ihm Heil!) ihre Vollkommenheit erlangt hat und deren Inhalt in jedem Jahrhundert den Bedürfnissen der Menschen zu entsprechen vermag und Bestimmungen über jede Art von Worten, Taten und Verhalten vorschreibt.

 

Eine andere Beschreibung:

Der Islam ist ein solches Gesetz, das von Allah gegeben wurde und diejenigen, die freiwillig dafür eingenommen sind, zum ewigen Glück hin führt, das selbst eine Wohltat ist.

 

Eine andere und dritte Beschreibung:

Der Islam ist eine göttliche Anweisung, die dem Menschen selbst in seiner Pflicht als Diener unterweist, was der eigentliche Zweck seiner Schöpfung ist. Das Wort "Scharia" ist in seiner allgemeinen Bedeutung ein terminologischer Ausdruck, der "der Religion" gleichkommt.

 

Seine Geschichte:

Die Geschichte des Islams fängt mit dem ersten Menschen an und wird bis zum Jüngsten Tag andauern. Denn das Leben hat nur eine einzige Bedeutung und die Schöpfung einen einzigen Zweck. Der wäre, daß der Mensch ein Diener seines Schöpfers wird und Ihm seine Ergebenheit erweist. Es war notwendig, ihm selbst eine Anweisung darüber zu erteilen, wie der Mensch, der zu diesem Zweck ins Weltenleben gekommen ist, seine Ergebenheit, die seine eigentliche Pflicht ist, zu zeigen hat. Also ist diese Notwendigkeit die Religion. Aufgrunddessen wurde der Menschensohn während der ganzen Geschichte von der Religion angesprochen.

 

Sein Inhalt:

Der Inhalt und Geltungsbereich des Islams ist so umfangreich, daß keine einzige Bewegung des Lebens außerhalb des Rahmens der Religion vorzustellen ist. Also ist die Religion niemals nur eine Gewissensfrage wie manche es glauben. Sie ist sowohl eine Gewissensfrage als auch eine Lebensangelegenheit und eine Handlungssache. Ihr Geltungsbereich umfaßt jede Art von Worten, Taten und Handlungen des Menschen. Die Religion betrachtet die ganzen seelischen und körperlichen Handlungen des verpflichteten Menschen als ihren Gegenstand und macht ihn für dies alles verantwortlich.

Der Punkt, wo sich manche irren, ist genau dieser; nach ihrer Meinung beinhaltet die Religion nur manche Angelegenheiten in Bezug auf den Menschen. Die anderen Sachen befinden sich außerhalb des Inhalts der Religion und sind freiwillig zu beachten. Dies ist ein großer Fehler und dieser Fehler ist die Quelle der Abweichungen und Unruhen.

Der Mensch ist ein verwickeltes Wesen, das im Territorium Allahs lebt, ernährt durch die unzähligen Gaben von Ihm und viele individuelle, familiäre und soziale Probleme hat. Er hat Probleme mit sich selbst, mit seiner Familie, seinen Nachbarn, seiner Gemeinde, seinem Staat und letzten Endes in Bezug auf das Materielle.

Wonach und nach welchem Maßstab könnte der Mensch diese Probleme lösen?

Die Antwort auf diese Frage wird sicherlich in der Ordnung stehen, die unser Herr, der Schöpfer, an den Menschen, der in seinem Territorium lebt, hinabgeschickt hat und sie hat ohne Zweifel Bestand.

Man möge mittlerweile dies sehr genau wissen, daß die oberste Stellung und die höchste Ehre im ganzen Universum dem Menschen gewährt wurde. Die Stellung des Menschen liegt höher, als die der Engel. Der Mensch ist Khalif; der Khalif Allahs. Das Amt des Khalifen wurde ihm zugeteilt. Auch die Engel haben diese Würde und das Khalifat des Menschen anerkannt und ihn durch Niederwerfungen gehuldigt. (Siehe Koran, Sura 2, Vers 30)

Alles, aber alles steht dem Menschen zur Verfügung und zu Diensten. Der erhabene Herr gab dem Menschen, den Er als Sein eigener Khalif geschaffen hatte, alles, was er brauchen würde, (der heilige Koran, Sura 14, Vers 37; Sura 2, Vers 29; Sura 45, Vers 12) und hat ihn in schönster Gestalt unter den anderen Geschöpfen erschaffen (Sura 95, Vers 4). Der Khalif bedeutet, wenn man so sagen darf, den Stellvertreter, also den Regenten. Es ist nun richtig, daß der Mensch, insbesondere auf der Erde, der Khalif Allahs ist, also Sein Stellvertreter und Bevollmächtigter.

Infolgedessen ist der Mensch nicht sein eigener Herr, sondern ein Stellvertreter. Er hat die von ihm zu verrichtenden Taten und zu vollbringenden Ausführungen nicht auf seinen eigenen Namen, sondern im Namen Allahs zu verrichten oder zu vollbringen und zwar entsprechend der Anweisung, die Allah erteilt hat und gemäß der von dem Herrn auferlegten Ordnung. Das ist also der Ausdruck, daß der Mensch jedesmal, wenn er etwas unternehmen möchte, die Bismillah-Formel (d. h. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen) ausspricht. Eines Tages wird der Jüngste Tag kommen und Allah wird den Menschen, den Er als Stellvertreter und Bevollmächtigten erschaffen hatte, zur Rechenschaft ziehen und zwar entsprechend den Anweisungen und der Ordnung, die Er herabgesandt hat. Diejenigen, die ihre Rechnung gut begleichen werden, werden ihr Amt der Stellvertretung beibehalten und den höchsten Grad ihres Amts erreichen. Diejenigen, die ihre Rechnung nicht begleichen können, werden ihres Amts als Khalif  enthoben und unter die allergemeinsten Menschen, d. h. in die Hölle, hineingeworfen. Den unendlichen und unbeschränkten Inhalt der Religion (des Islams) kann man unter den folgenden vier Abschnitten zusammenfassen:

1) Glaubensdogmen,

2) Gottesdienstliche Handlungen,

3) Zivilrechtliche Angelegenheiten,

4) Strafrechtliche Angelegenheiten.

 

Glaubensdogmen:

Bei diesem Abschnitt der Religion handelt es sich um den Glauben. Auf die Fragen, woran wird der Mensch glauben dürfen und woran nicht, findet man hier Antworten; Er ordnet das Gesinnungssystem des Menschen und seinen Glaubensaufbau ein, richtet es gleichzeitig systematisch ein und schützt dadurch sein Innenleben vor Anarchie. Die sechs Glaubensbedingungen befinden sich am Anfang dieses Abschnitts. Auf die Bücher über Glaubenslehre und islamische Theologie wird verwiesen.

 

Gottesdienstliche Handlungen:

Dieser Abschnitt der Religion behandelt an und für sich das Thema über die eigenen gottesdienstlichen Handlungen. Er reguliert unmittelbar die Beziehungen der Menschen zu Allah und legt ihnen eine Norm zugrunde. Er unterbindet in diesen Beziehungen jegliche Unschlüssigkeit und Unübersichtlichkeiten. Am Anfang dieses Abschnitts stehen die fünf Säulen des Islams, worüber die Katechismusbücher (Religionsbücher) einen ausreichenden Wissensstoff abliefern.

Wir haben dabei den Ausdruck "die eigene gottesdienstliche Handlung, bzw. selbstständige Anbetung!" verwendet. Denn jede Tat eines bewußten Muslims ist gerade eine Anbetung. Alldies bildet einen Teil dieser Taten, seine selbstständigen Anbetungen und der andere Teil die mittelbaren Handlungen in Bezug auf die Anbetung.

 

Zivilrechtliche Angelegenheiten:

Dieser Abschnitt behandelt die gegenseitigen Beziehungen unter den Menschen. Denn der Mensch ist, wie oben ebenfalls erwähnt wurde, ein verwickeltes vielseitiges Wesen und steht mit allen Sachen in Beziehung, z. B. mit dem Materiellen: Was darf er kaufen und was verkaufen, was darf er essen, was nicht, worüber darf er verfügen, worüber nicht? Er steht in Beziehung mit der Familie und Verwandten. Was für Rechte hat er diesen gegenüber und was für Verpflichtungen für diese Leute, wen darf er heiraten, wen nicht. Was bedeutet eine Ehe, wie fängt sie an und wie geht es mit der Ehe weiter?

Der Mensch hat Beziehungen zu seinen Nachbarn: Was für Rechte sind vorhanden unter den Nachbarn und was für nachbarschaftliche Interessen und Verantwortungen sollte der Mensch eigentlich haben?

Er steht mit seinem Staat in engster Beziehung: Was für Ansprüche darf er gegen den Staat erheben? Und was für Verpflichtungen hat er gegenüber dem Staat zu erfüllen? Wie wird ein Staat begründet, wer regiert den Staat und nach welchen Massen und Zielen?

Der Staat hat ebenfalls Beziehungen zu den anderen Staaten: Wie hat sich ein islamischer Staat gegenüber anderen Staaten zu verhalten und in welchen Massen und Schranken dürfen wohl die Beziehungen aufrechterhalten werden?

Den Abschnitt der Religion, der all diese Fragen bis in ihre Einzelheiten beantwortet, nennt man Beziehungslehre, also den Abschnitt über zivilrechtliche Angelegenheiten. In der islamischen Rechtswissenschaft belegt dieser Abschnitt einen weiträumigen Platz, so daß man diesen Abschnitt als "Islamisches Recht" bezeichnen kann.

 

Strafrechtliche Angelegenheiten:

Dieser Abschnitt des Islams behandelt die strafrechtlichen Angelegenheiten. Denn es könnten im Leben solche Menschen existieren, die mit den ihnen zugewiesenen Anteilen nicht zufrieden sind und deswegen die Rechte anderer Mitmenschen verletzen und infolgedessen die Ruhe der Menschen stören und die auf sie entfallenden Verpflichtungen nicht erfüllen.

Der Islam führt Sanktionen und Strafen ein, um solche Leute zu bestrafen und die anderen zu ermahnen. Dieser Abschnitt der Religion, der diese Strafen untersucht, wird als "der Teil der strafrechtlichen Angelegenheiten" bezeichnet, was man unter dem Namen "Strafrecht" zusammenfassen kann. Im islamischen Recht nimmt dieser Abschnitt seinen Platz bis in die kleinsten Einzelheiten ein.

 

Der Staat

Wie man sieht, bleibt der Staat nicht vom Islam getrennt, sondern darin inbegriffen; er ist ein Teil des Islams, ein Stück des islamischen Rechts und zwar solchermaßen, daß, wenn die gottesdienstlichen Angelegenheiten wie das Beten, das Fasten als eine zu erfüllende Vorschrift und ein einzuhaltendes Gebot vom Islam angenommen werden sollten, die Angelegenheit des Staates ebenfalls eine Anweisung und ein einzuhaltendes Gebot des Islams ist und daß schließlich die Muslime unter der Verpflichtung stehen, einen islamischen Staat nach einer islamischen Norm anzustreben.

1- Der Islam verbietet absolut alles, was seinen allgemeinen Prinzipien und seinem gesetzgeberischen Geist nicht entsprechen würde, genau so wie er niemals erlauben und tolerieren würde, daß sich die Muslime in andere Prinzipien als denen des Islams unterwerfen. Allah, der Erhabene, führt dem Menschen zwei Wege vor, nicht drei! Entweder Gehorsam zu leisten an Allah, den Allmächtigen und den Anweisungen, die sein Gesandter gebracht hat, oder die Gesetze zu beachten, die vom Teufel selbst und von seinen Gehilfen gegeben worden sind. Alles, was nicht in den Vorschriften und Geboten Allahs und von seinen Gesandten inbegriffen ist, stammt vom Satan und von seinen Gehilfen.

Hier sind einige von den Versen, die die absolute Herrschaft Allahs ausdrücken:

"Und wenn sie dir nicht Folge leisten, so wisse, daß sie nur ihren Gelüsten nachgehen. Wer aber ist in größerem Irrtum, als wer seinen Gelüsten ohne Rechtleitung von Allah folgt. Siehe, Allah leitet nicht das ungerechte Volk." (Sura 28, Vers 50)

"Alsdann setzten wir dich (O Muhammed!) über ein Gesetz betreffs der Sache (Religion= Islam). Drum folge ihm und folge nicht den Gelüsten der Unwissenden." (Sura 45, Vers 18)

"Siehe, sie würden dir nimmer etwas gegen Allah nützen; und siehe, die Ungerechten sind einer des anderen Schützer, Allah aber ist der Schützer der Gottesfürchtigen." (Sura 45, Vers 19)

"Folget dem, was zu euch hinabgesandt ward von eurem Herrn und folget keinen anderen Beschützern neben Ihm. Wie wenig laßt ihr euch mahnen!" (Sura 7, Vers 3)

Nun deuten all diese Verse genau an, daß ein muslimisches Volk in all seinen Angelegenheiten und Formalitäten, sei es materiell oder immateriell, sei es diesseitlich oder jenseitlich, sich an eine Ordnung zu halten hat und zwar an die koranische Ordnung. Außer dieser koranischen Ordnung ist alles eine Sache der Gelüste, ein Irrweg, eine Freundschaftsanknüpfung mit dem Satan und Ungerechten, und schließlich ist es eine Sache derer, die auf gute Ratschläge und Ermahnungen nicht hören wollen.

2- Es ist ebenfalls eine Tatsache, daß Allah denjenigen, die an ihn glauben, niemals erlaubt, mit andersartigen Gesetzen als seinen Vorschriften und Gesetzen zu regieren oder sich in die anderen, als die von Allah hinabgesandten Gesetze zu unterwerfen oder sie zu billigen. Er gebietet sogar, alle Vorschriften und Gesetze außer denjenigen Allahs zu verwerfen, zu verleugnen und abzulehnen. Er bezeichnet es als ein Irregehen und eine Folgeleistung den Fußstapfen des Satans, was weit entfernt ist vom rechten Weg, wenn andere Vorschriften und Gesetze gebilligt werden und denen Gehorsam geleistet wird als seinen Vorschriften und Gesetzen.

Hier sind evidente Verse:

"Sahest du nicht auf die, welche behaupten, sie glaubten an das, was auf sie hinabgesandt ward und hinabgesandt ward vor dir? Sie wollen sich richten lassen vor dem Taghut (1), wiewohl ihnen befohlen ward, nicht an ihn zu glauben. Und es will der Satan sie in tiefer Abirrung irreführen." (Sura 4, Vers 60)

3- Wer mit dem regiert, das anders ist als das, was Allah hinabgesandt und der Prophet vorgeführt hat, der reigert mit "Taghut", also mit götzendienerischen Gesetzen.

Taghut ist ein koranischer Ausdruck, der folgendes bedeutet: Derjenige, der die Schranken überschreitet und in jeder Sache den Besserwisser spielt. Der Taghut eines Volkes: Wem ein Volk Gehorsam leistet außer den Vorschriften Allahs und seines Gesandten, so ist dies der Taghut dieses Volkes. Mit einer anderen Ausdrucksform ist der Taghut:

Derjenige, den das Volk zum Herrn nimmt neben Allah. Die anderen Gesinnungen der Menschen, die die Endung "-ism"besitzen und an die sich das Volk gewendet hat, sind ebenfalls Auflehner gegen Islam. Wer an Allah glaubt, glaubt nicht an etwas anders als Allah und ein solcher Glaube ist ausgeschloßen.

Zu einer Voraussetzung dieses Glaubens akzeptiert er keine andere Ordnung als die Ordnung Allahs und es ist ihm nicht erlaubt, dies je zu tun. Wenn er dies tut, verliert er seinen Glauben an Allah und somit wird er ungläubig. Man kann dies nicht anderswie auslegen oder deuteln.

Hier sind die Verse:

"Und nicht geziemt es einem gläubigen Mann oder Weib, wenn Allah und sein Gesandter eine Sache entschieden hat, die Wahl in ihren Angelegenheiten zu haben. Und wer gegen Allah und seinem Gesandten aufsässig wird, der ist im offenkundigen Irrtum." (Sura 33, Vers 36)

Wie man diesem Vers sehr deutlich entnehmen kann, billigt Allah einem gläubigen Mann oder Weib niemals, einen anderen Weg als seinen eigenen zu gehen. Er hat diejenigen, welche ungehorsam waren und die anderen Wege gegangen sind, als einen Irregehenden in einem größten Abirren angesehen.

4- Allah gebietet, daß die Gesetze und Vorschriften, die durch die Muslime anzuwenden sind, den koranischen Vorschriften und Gesetzen entsprechen sollten. Er bezeichnet diejenigen, die mit den von ihm hinabgesandten Gesetzen nicht entscheiden, als Ungerechte, Frevler, Ungläubige. Hier sind die Verse:

"Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Allah (in der Schrift, auch im Koran) herabgesandt hat, sind die (wahren) Ungläubigen." (Sura 5, Vers 44)

"Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Allah (in der Schrift) herabgesandt hat, sind die (wahren) Frevler." (Sura 5, Vers 45)

"Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Allah (in Schrift, im Koran) herabgesandt hat, sind die wahren Frevler." (Sura 5, Vers 47)

5- Allah offenbart klar und deutlich, daß die Menschen solange keine wahren Gläubigen werden könnten, solange sie infolge einer Wegdrängung der innerlichen Unreinlichkeiten und Engen für den Propheten nicht eingenommen sind und bis sie den Propheten entscheiden lassen für jeden Vorfall untereinander und sich seiner Entscheidung unterwerfen.

Hier einige Bestimmungen des Korans:

"Aber nein, bei deinem Herrn! Sie sind solange nicht (wirklich) gläubig, bis sie dich zum Schiedsrichter machen über das, was zwischen ihnen umstritten ist und sich hierauf durch die Entscheidung, die du getroffen hast, nicht bedrückt fühlen, (dir) vielmehr uneingeschränkt beipflichten." (Sura 4, Vers 65)

6- Alles, was dem Islam entgegensteht und ohne Rücksicht auf den Befehlenden, ist dem Muslim verboten. Gleichgültig ob die diensthabenden Staatsmänner es befohlen haben oder nicht, ist es niemals gebilligt. Die Befehlsgewalt des Befehlshabers ist, wie vorher ebenfalls erwähnt, insofern gültig, als sie den allgemeinen Prinzipien des Islams entspricht, und dem gesetzgeberischen Geist nicht widerspricht. Wenn der Befehlshaber einen Befehl außerhalb der Schranken des Islams erteilt hat, ist jedem Muslim geboten, diesen Befehl zu verweigern und sich dagegen aufzulehnen.

Er hat seine Anwendung und Ausführung zu verhindern und seine Vollstreckung zu erschweren. Es ist dem Befehlshaber kein absoluter und bedingungsloser Gehorsam zu leisten; solange der Befehlshaber den Geboten Allahs und seines Gesandten Gehorsam leistet, müssen seine Befehle befolgt werden. In sonstigen Fällen ist es ihm keine Folge zu leisten. Hier ist der Vers Allahs:

"Ihr Gläubigen! Gehorchet Allah und dem Gesandten und denen unter Euch, die zu befehlen haben (oder zuständig sind)! Und wenn ihr über eine Sache streitet (und nicht einig werden könnt), dann bringt sie vor Allah und den Gesandten, wenn ihr an Allah und den Jüngsten Tag glaubt! So ist es am besten (für euch) und nimmt am ehesten einen guten Ausgang." (Sura 4, Vers 61)

7- Die Gesetze und Bestimmungen des Islams, wie man sieht, können niemals geteilt und zerlegt werden. Ein Mensch darf nicht einige Bestimmungen des Islams akzeptieren und einen anderen Teil zurückweisen. Wer solches tut, kommt aus dem Rahmen und Kreise des Islams heraus. Also ist es nun nicht möglich, den Islam vom Staat und den Staat vom Islam zu trennen. Der wichtigste Punkt, worin der Mensch von heute und sogar ein Muslim sich irrt und ausrutscht, ist gerade dieser Punkt. Das bedeutet also: Ihre Trennung voneinander, also die Religion (d. h. Islam) vom Welt- und Staatsleben zu trennen.

Wie man oben gesehen hat, ist der Staat ein Teil der Religion, also ein Stück davon. Es sind zwei eng aneinander gebundene und ineinanderliegende Elemente, die wie ein Körper mit seiner Seele unzertrennlich sind und die sich einander ergänzen. Wie man die Angelegenheiten des Glaubens und des Gottesdienstes, das Gebet und das Fasten von der Religion nicht trennen darf, darf man ebenfalls den Staat von der Religion, also dem Islam nicht trennen. Wenn keiner berechtigt ist, das Fasten und das Gebet abzuschaffen oder sie abzuleugnen, so ist ebenfalls niemand befugt, den Staat und den Islam, die Religion und den Staat voneinander zu trennen.

Genauso ist es, wenn einer wagt, eine Bedingung des Glaubens und eine Säule des Islams zu entheben oder abzuschaffen, was eigentlich bedeuten würde, sich in die Angelegenheiten der Religion einzumischen, die Religion zu zerstören, die Religion zu ruinieren, gegen Allah aufsässig zu werden und gegen Ihn einen Krieg zu eröffnen. Ein Muslim darf, weder wagen, eine solche Tat zu verrichten noch so etwas zu billigen! Sonst verliert er sowohl seine Religion als auch seinen Glauben. Denn das Gebet nicht zu verrichten, das Fasten zu unterlassen ist ganz was anderes, als das Gebet abzuschaffen und das Fasten zu verbieten.

Die Bestimmung für den ersten Fall lautet: Sündhaftigkeit und bei dem zweiten Fall handelt es sich um Unglaube.

Beim ersten Fall gibt es eine Anerkennung für die Befolgung des Gebots aber keine Anwendung, beim zweiten Fall gibt es weder eine Anerkennung noch deren Anwendung. Denn die Verleugnung irgend eines bestimmten Teiles der Religion führt zum Unglauben.

Was haben diejenigen überhaupt getan, die die Religion und die Staatsverwaltung voneinander getrennt haben? Der Staatsteil der Religion und das islamische Recht hat denen nicht gefallen und fand keine Anerkennung bei solchen Leuten. Die Anweisung und Ordnung Allahs in Bezug auf die Staatsangelegenheiten und die Weltordnung wurde von diesen Menschen nicht angenommen.

Die Gesetze und Ordnungen, die von den Menschen erdichtet wurden, wurden durch solche Leute noch höher, noch ausreichender und zutreffender gefunden als die Gesetze und Ordnungen, die von Allah herabgesandt wurden. Sie haben die menschliche Gesinnung und den Menschengeist noch fortschrittlicher und zivilisierter angesehen, als das Wissen Allahs.

Solche Leute werden hinsichtlich der Bestimmung Allahs nicht als Muslime anerkannt, auch wenn sie behaupten mögen "sie wären doch Muslime...". Denn sie haben unter diesen Umständen Allah Unwissenheit und Fehler bezichtigt. Damit wollen sie behaupten, Allah hätte nicht gewußt oder einen Fehler begangen. Mit anderen Worten und unter genauer Darstellung ihrer Haltung und Lage wollen diese folgendes zum Ausdruck bringen:

"Wir verstehen die Staatsangelegenheiten besser als Allah und Er versteht dagegen von Staats- und Weltangelegenheiten nicht so viel wie wir es tun?!.." Genau dies wollen sie sagen und halten sich damit höher als Allah. Was wäre dies überhaupt anders, wenn es kein Polytheismus sein sollte?

Wenn man unter einem anderen Blickwinkel betrachtet, stellt man fest, daß ihre Gesinnung und ihr Glaube stehen mit Verkündungen und Berichten Allahs im Kontrast und in Nichtanerkennung stehen.

Während Allah im heiligen Koran berichtet:

"Wünschen sie sich (etwa) die Entscheidungen des Heidentums? Wer könnte für Leute, die (von der Wahrheit) überzeugt sind, besser entscheiden als Allah?" (Sura 5, Vers 50)

"Ist es nicht Allah, der am Besten entscheidet?" (Sura 95, Vers 8)

"Dieser Koran leitet zu dem, was wirklich richtig ist (oder: was richtiger ist)." (Sura 17, Vers 9)

Und was machen nun diejenigen, die den Staat und die Religion voneinander getrennt haben? Damit haben sie Allah der Lüge bezichtigt und ihn dementiert. Was würden diejenigen sein, die Allah der Lüge bezichtigt und ihn dementiert haben, wenn sie nicht Ungläubige sind. Welcher islamische Gelehrte dürfte es wagen, sie in Schutz zu nehmen? Könnte er behaupten, sie würden keine Ungläubigen sein?

Gerade bei diesem Problem machen die Muslime einen enormen Fehler: Also das Problem des Staates. Die sagen: Religion und Staat sind zweierlei. Ihrer Meinung nach sei die Religion eine Gewissensfrage zwischen Allah und Diener, weswegen die Religion mit der Welt, mit weltlichen Angelegenheiten überhaupt nichts zu tun habe. Sie sei etwas, das sich in einer Moschee zuträgt...

Diese Gesinnung steht sowohl dem Geist des Islams als auch seinem Begriff entgegen. Keiner von islamischen Gelehrten könnte so etwas behaupten: Denn das ist ja eine niederträchtige Verleumdung an Islam.

Sogar die nichtislamischen Wissenschaftler, die den Islam eingehend untersucht haben, konnten sich nicht davon enthalten, diese Wahrheit zu gestehen. Hier sind einige von denen:

Diðer Yazýlarý